Großer Feld­berg im Tau­nus

Ereignisdaten der Geschichte des Großen Feld­bergs im Tau­nus

Von Hansjörg Meis­ter, dem Ururenkel des ersten Wirtes des Alten Feld­berg­hauses, Johann Anton Ungeheuer (1821 - 1910)

Prähistorie

Vor 400-300 Millionen Jahren

im Zeit­alter des Devon, Karbon und Perm, faltete sich bei der Kolli­sion der Ur­kon­ti­nen­te Gond­wana und Lau­russia, sowie einiger Klein­kontinente, das gewaltige Varis­zische Gebirge auf, mehrere tausend Kilo­meter lang mit vermut­lich den höch­sten Ber­gen, die es jemals auf der Erde gab.

Dinosaurier

Das heutige Deutsch­land wurde auf dem neu ent­stan­denen Super­konti­nent Pangäa erstmals vereinigt, denn zuvor war jeweils ein Teil davon auf Gondwana und einer auf Lau­russia. Die Sub­duktions­linie lag auf Äquator­höhe, heute läge sie auf dem 50. Breiten­grad. Das Rheinische Schiefer­gebirge mit seiner höchsten Erhebung, dem Großen Feld­berg im Tau­nus, 880,97 Meter über NN, gehört zu den Resten des dama­ligen Hoch­gebirges. Pangäa begann ab ca. 245 Millionen Jahren vor heute (im Trias) zu­nächst in zwei, später in die heute beste­henden fünf Konti­nente zu zerfallen. So finden wir heute nicht nur in Europa Reste des Va­ris­zi­schen Gebir­ges, sondern auch in Asien und Nord­amerika (Appa­lachen).

Die Trias, der Jura und die Kreide­zeit waren auch die Daseins­zeit der Saurier, 235 - 66 Mil­lionen Jahre vor unserer Zeit.

Heute ist auf dem Großen Feld­berg neben den Türmen und sonstigen Gebäuden der Brun­hildis­felsen aus Tau­nus-Quarzitgestein ein markanter Aussichtspunkt.

500 bis 100 v. Chr. La Téne- oder Eisenzeit

Die Kelten nannten den Großen Feld­berg „Daun“ (oder „Dun“), was so viel wie „die befestigte Anhöhe“ bedeutete. Allerdings fehlen auf dem Feld­berg-Plateau keltische Spuren. Doch die Ringwälle von ca. 400 bis 100 v. Chr. auf dem Altkönig und das Heidetränke-Oppidum an der „Hohen Mark“ (3. / 2. Jh. v. Chr.) zeugen von ihrer Präsenz im Tau­nus.

Altkönig → keltisch „alkin“ = Höhe, laut Helmut Bode

Die Kelten verließen das Oppidum bereits wieder um die Mitte des 1. Jh. v. Chr., die Gründe dafür sind nicht genau bekannt. Als die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. den Tau­nus besetzten, war die Kelten-Stadt längst verlassen.

Erstes Jahrhundert n. Chr.

Bei Tacitus (58 bis 120 n. Chr.), dem römischen Geschichts­schreiber, hießen unsere Berge bereits „Tau­nus“.
Die Ein­heimi­schen jedoch, die die Berg­kette stets vor Augen hatten, sprachen bis ins 20. Jahrhundert von der „Höhe“. So führten einige Städte und Dörfer diese Zusatzbezeichnung im Namen:

83 nach Chr.

weitete Kaiser Titus Flavius Domi­ti­anus (51 - 96 n. Chr.) das römische Einfluss­gebiet jen­seits des Rheins nach Osten hin aus. In den von ihm bean­spruchten Gebieten lebten germa­nische Chatten­stämme, im Raum Wies­baden / Tau­nus speziell die Mattiaker.

Sie werden meist als ein Teil­stamm der Chatten beschrieben. Möglich ist aber auch, dass es sich um einen an die Chatten tribut­pflich­tigen Kelten­stamm handelte.

Domitians Truppen eroberten ost­rheinische Gebiete in Höhe von Mainz (Mogontiacum), Gebiete im Tau­nus, das Gießener Becken und die gesamte frucht­bare Wetterau.

Europa Germanen 50 n. Chr.
Germanen in Europa 50 n. Chr. Karl Udo Gerth

150 n. Chr.

Am Taunus-Wetterau-Limes - unterhalb des Kleinen Feld­bergs an der Weilquelle - wurde das Feld­berg-Römerkastell gebaut, Größe 78 x 93 m. Es wurde von einer ca. 160 Mann starken Aufklärungstruppe, der Exploratio Halicanensium aus Ungarn belegt. Die örtliche Bevölkerung nannte die Reste des Kastells bis ins 20 Jahrhundert „Heidenkirche“.

Römischer Wachturm

Nach neuerer wissen­schaft­licher For­schung, könnte der römi­sche Wach­turm am Feld­berg in etwa so aus­ge­sehen haben. Limes-Wachturm im Mahdholz (bearbeitet)

Der vermutlich erste Turm auf dem Großen Feld­berg war ein römi­scher Limes-Wach­turm, des­sen Reste auch heute noch in nord­öst­licher Rich­tung etwas unter­halb des Gipfels zu finden sind.

Die einheimische Bevölkerung nahm allmählich römische Lebens­gewohn­heiten an.

Es ist meistens leichter, Aussagen über das Leben der keltischen Kultur zu machen, als über das der Germanen. Die Kelten haben uns die Reste des Oppidums bei Ober­ursel und die Steine ihrer Ringwälle im Tau­nus hinter­lassen, die Germanen hingegen bevorzugten zum Bau ihrer Häuser vorwiegend vergängliche Materialien wie Lehm und Holz. Holzpfosten hinterlassen zwar Erd­ver­fär­bungen, den­noch blei­ben nur wenige Belege ger­ma­ni­scher Existenz im Tau­nus. Hier sind wir auf die Nieder­schriften römi­scher Geschichts­schreiber ange­wiesen, die aller­dings nur die Sicht der Sieger wieder­geben.

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