Die Franken besiedelten nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches ab dem 4. Jh. den Taunus. Auch von ihnen konnten keine Spuren im Feldberg-Gebiet entdeckt werden, denn auch diese Germanen haben erst um 800 n. Chr. Steinhäuser gebaut.
Durch Dendrochronologie (Baumringdatierung) mit Proben von über 10.000 Eichen aus Schweden, Finnland, Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Klima ab 250 n. Chr. verrückt spielte. Es war für über 300 Jahre deutlich kälter und die Niederschläge waren um 70% höher als zuvor. Man nimmt an, dass diese Klimaänderung die Völkerwanderung von Nord nach Süd einleitete und den Niedergang des Römischen Reiches beschleunigte. Ganz Europa war in Aufruhr, die germanischen Völker (Vandalen, Ost- und Westgoten, Langobarden und andere) drangen nach Süden vor, suchten neue Siedlungsgebiete und nahmen Völkern, die dort gelebt hatten, die Freiheit. Aus dem Osten kamen 375 / 376 die Hunnen und versetzten alle Menschen in Angst und Schrecken. Den Taunus dominierten jedoch die Franken.
ließen mehrere Naturereignisse das Erdklima durch Asche- und Staubpartikel in der Atmosphäre für fast hundert Jahre um geschätzte 3-4° sinken. Es handelte sich
Folge: Ernten blieben aus, die Menschen hungerten, ein Drittel der Europäer starb an der Pest und anderen Seuchen.
Der Krakatau-Vulkan ist auch heute noch einer der aktivsten Vulkane der Welt, nicht so der Ilopango. Nach dessen Explosion um die Jahre 535/536 blieb von ihm nur noch eine weitläufige Caldera übrig mit ca. 100 m hohen Kraterrändern. In der Caldera hat sich ein 72 km² großer und bis zu 230 m tiefer See gebildet, der Ilopango-See.
Die Zeit der Explosion konnten Wissenschaftler an Merkmalen in grönländischen und antarktischen Eisbohrkernen ablesen. Sie entdeckten dort Schwefelsäure vulkanischen Ursprungs. Auch nahm das Wachstum der Bäume ab 536 und in den folgenden Jahren in weiten Teilen der Welt dramatisch ab.
In diesem Jahr wurde der austrasische König Sigibert I (535-575) von seinem Halbbruder und König von Neustrien (Westfrankenreich) Chilperich I (561-584) und dessen Konkubine Fredegunde ermordet. Um Fredegunde ehelichen zu können, hatte Chilperich zuvor seine erste Ehefrau ermorden lassen.
Thronfolger für Austrasien (Ostfrankenreich, Hauptstadt Metz!) war Sigiberts Sohn Childebert II (570-596). Da der Junge zum Zeitpunkt der Thronbesteigung erst fünf Jahre alt war, führte die Ehefrau Sigiberts Brunichildis die Regierungsgeschäfte. Childebert starb 596 plötzlich. Mord? Sein Sohn Theudebert II (585-612) war Thronfolger, auch erst elf Jahre alt, Brunichildis führte weiterhin die Regierungsgeschäfte. Ihr netter Enkel ermordete indes seine erste Frau Bilichildis eigenhändig, um Teudechilde heiraten zu können. Deren Sohn Merowech wurde als Säugling 612 von Vaters Feinden umgebracht.
Theudebert II und zwei seiner Söhne wurden 612 von seinem jüngeren Bruder Theuderich II (587-613) ermordet. Er war König von Burgund. Nur ein Jahr regierte er von Metz aus über Burgund und Austrasien, dann starb er überraschend im Alter von nur 25 Jahren.
Brunichildis erhob ihren Urenkel Sigibert II. (602-613), den ältesten Sohn Theuderichs, auf den Königsthron Austrasiens. Das veranlasste Chlothar II (584-630) von Neustrien (Westfranken), den 11-jährigen Jungen und dessen Bruder ermorden zu lassen.
Wenige Wochen später ließ er auch Brunichildis (548-613) gefangen nehmen und von einem Pferd zu Tode schleifen.
Nicht einmal Raymond Chandler oder Edgar Allen Poe hätten sich eine solche Kriminalgeschichte ausdenken können, keiner der fränkischen Regenten hat das 45. Lebensjahr erreicht. Und für alle hat Brunichildis die Regierungsgeschäfte geführt: für Ehemann, Sohn, Enkel und Urenkel.
Und was haben nun diese Kriminalfälle vor 1.400 Jahren mit dem Großen Feldberg zu tun?
Austrasien (Ostfranken) mit der Hauptstadt Metz reichte damals von dem heutigen Utrecht im Norden bis Basel im Süden und von Ostende im Westen bis zum heutigen Kulmbach am Frankenwald. Der Große Feldberg im Taunus lag mittendrin.
Durch den gewaltsamen Tod der Brunichildis, bildeten sich rasch Legenden um ihre Person. Sie wurde zur mythologischen Gestalt, der man allerlei Wunderdinge zusprach. Viele glauben, dass die Brunichildis das Ur- und Leitbild für die Brunhilde der Nibelungensage ist.
Nicht hinter Rosensträuchern wie Dornröschen, sondern hinter einer Flammenwand schläft der Sage nach auf dem Feldberg-Plateau die Walküre Brunhilde auf ihrem Brunhildisfelsen bis der Held Siegfried sie erweckt.