An diesem Tag steht Ernst Moritz Arndt (1768 - 1860) auf dem Brunhildisfelsen und hält eine Rede ans Volk. Die Deutschen seien ein ethnich reines Volk und sollten wie die Franzosen und Engländer in einem Staat leben, sagt Arndt.
Mehrere Tausend Menschen sind an diesem 18. Oktober 1814 auf den Großen Feldberg gekommen, um dort den ersten Jahrestag des Sieges über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig zu feiern. Am Abend brennen auf dem Feldberg und auf vielen Taunus-Anhöhen Freudenfeuer. Es sind mehrere hundert.
Vor einem Jahr hatten erstmals die größten deutschsprachigen Länder (mit Ausnahme von Sachsen) in einer Allianz mit Russland und Schweden nicht gegeneinander, sondern miteinander gegen einen gemeinsamen Gegner gekämpft. 92.000 Soldaten starben.
Auf dem nun folgenden „Wiener Kongress“ unterzeichnen 41 Fürstentümer und freie deutsche Städte die Verträge zum „Deutschen Bund“. Napoleon hat ungewollt erste Anfänge zur Bildung eines deutschen Staates gefördert. Er hat bei jenen, die gegen ihn kämpfen mussten, Zusammengehörigkeitsgefühle geweckt. Allerdings bleiben Neuordnungspläne des Freiherren vom Stein für einen engeren Zusammenschluss der deutschen Staaten noch unberücksichtigt. Die restriktive Politik des Fürsten Metternich, Minister des Kaiserreichs Österreich, sorgt für ein weiteres Jahrhundert der Kleinmonarchien in Deutschland. Auch die übrigen europäischen Staaten fallen wieder in alte Alleinherrscherstrukturen zurück. Keine Versammlungsfreiheit, keine Pressefreiheit; wenn drei Personen beieinanderstehen, geraten sie unter Verdacht.
Es bleiben die Wanderungen zu Feldberggipfel, sie sind kontrollierbar, man kennt die Teilnehmer, und man kann frei politisieren.
Arndt, Schriftsteller und später Alterspräsident der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche, hofft jetzt, wie eine Reihe anderer Intellektueller, auf eine baldige Vereinigung der deutschen Staaten nach Leitsätzen der „Französischen Revolution“ in ihren Anfängen von 1789.
Aber noch wollen die regierenden Fürsten nichts von ihrer Macht abgeben. Wer sich für eine von der Willkür der Fürsten befreite Staatsform einsetzt, der wird verfolgt.
Georg Büchner gründet die „Gesellschaft für Menschenrechte“ und verfasst eine Flugschrift „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ und muss 1835 nach Straßburg fliehen.
ist das „Jahr ohne Sommer“. Der Vulkan Tambora auf Sumbawa (heute Indonesien) bricht aus. Die Auswirkungen ähneln denen der Jahre 1783 und 1784. Auch in Europa fällt Ascheregen. Die Durchschnittstemperaturen sinken um fast 4° C. Wieder Missernten! Die knappen Lebensmittel werden für die nächsten drei Jahrzehnte teurer, wieder hungernde Menschen, eine Auswanderungswelle nach Nordamerika, Südrussland, Bessarabien, Krim, Georgien und in den Kaukasus ist die Folge. Wissenschaftler schätzen, dass etwa 200.000 Menschen in Europa an den Auswirkungen der Katastrophe gestorben sind. Genauere schriftliche Aufzeichnungen über die Auswirkungen im Taunus fehlen.
gehört Hambach bei Neustadt an der Weinstraße zum Wittelsbacher Macht-Raum. König Ludwig I. verbietet alle politischen Versammlungen. Deshalb treffen sich 30.000 Menschen zu einem „Volksfest“, dem „Hambacher Fest“. Die Teilnehmer fordern ein vereinigtes Deutschland, Freiheit und Demokratie. Diese Ereignisse stehen im Zusammenhang mit den Geschehnisse auf dem Feldberg, die in den nächsten Jahren folgen sollten.
setzt der König von Hannover gleich zu Regierungsbeginn die Verfassung außer Kraft. Die Gebrüder Grimm, Jacob (1785 - 1863) und Wilhelm (1786 - 1859) sind zu dieser Zeit Professoren an der Universität Göttingen. Jacob ist später auch Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung von 1848. Die Brüder und fünf weitere Professoren werden 1837 entlassen. Als sie einen Protest gegen ihre Entlassung formulieren und diese als Rechtsbruch bezeichnen, werden sie des Landes verwiesen.
Es ist nicht das letzte Mal, dass deutsche Intellektuelle aus ihrem Heimatland vertrieben werden.
Um die folgenden Aktivitäten auf dem Großen Feldberg verstehen zu können, muss man sich in die damalige Zeit versetzen, die von dem willkürlichen Diktat der Aristokratie bestimmt war.
Fritz Emminghaus aus Usingen ruft in dem Beiblatt des „Frankfurter Journals“ zum Bau eines Aussichtsturmes auf dem Feldberg auf. Bereits am 5. Februar 1842 gründen 23 Frankfurter, unter ihnen der Verleger August Ravenstein, und zwei Homburger, eine „Commission für (die) Erbauung eines Hauses auf dem Feldberg“. Man einigt sich auf ein Haus mit integriertem Turm.
beschreibt der Pfarrer, Dekan und Schulinspektor Christian Daniel Vogel die Aussicht vom Feldberg in südlicher Richtung wie folgt:
Man siehet hier den Rhein wie einen Silberfaden von Straßburg her kommen, den Main kann das Auge bis Aschaffenburg verfolgen, und die ganze herrliche Gegend liegt wie eine Landkarte zu unseren Füßen, auf der man 12 Städte und gegen 100 Dörfer zählen kann.
Die durch die Industrialisierung verursachten Schwebstoffe in der Luft haben diesen Ausblick in die Ferne gänzlich zunichte gemacht.
An diesem Tage findet auf dem Feldberg ein Volks- und Turnfest statt. Es werden Gelder für das geplante Feldberghaus gesammelt. Musik- und Gesangvereine spielen auf, die Jugend von Reifenberg trägt unter der Leitung ihrer Lehrer „schöne Lieder“ vor. Ab 21:30 Uhr ist der Gipfel bengalisch beleuchtet. Wirte aus Königstein, Kronberg, Oberursel und Homburg bieten Getränke und Bratwurst an, die Festwirtschaft hat Johann Anton Ungeheuer (* 1821 - ✝ 1910) aus Reifenberg übernommen. Der wichtigste Ideengeber zu alledem ist August Ravenstein.
Das Feldbergfest wird unter Ravensteins Vorsitz als jährliches Turnfest fest installiert.
Das Feldbergfest muss mehrmals auf dem Feldberg-Plateau ausfallen oder an einen anderen Ort verlegt werden. Grund ist die Reaktion des herrschenden Adels auf das Bestreben des Paulskirchen-Parlaments in Frankfurt, aus den vielen Kleinstaaten ein geeintes Deutschland zu schaffen.
Der Landgraf von Homburg verbietet zehn Jahre lang das Betreten seines Feldberg-Drittels. An den Feldberg-Festtagen lässt er zeitweilig 200 Soldaten aufmarschieren, die sein Besitzdrittel am Plateau absperren.
Die deutschen Landesherren fürchten die von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn gegründete Turner- und Wanderbewegung, die von Anfang an politisch-militärisch motiviert ist. Sein Ziel ist es, die Jugend auf den Kampf gegen die französische Besatzungsmacht vorzubereiten und ein geeintes Deutschland zu schaffen. Beim Wandern können die jungen Leute frei reden. Sie entziehen sich auf diese Weise der Kontrolle der Obrigkeit in den Städten, wo Versammlungen nicht erlaubt sind. Ähnlich den griechischen Philosophen (Platon, Epikur) und deren Schüler trifft man sich vor der Stadt. In unserem Fall ist der Feldberg ein beliebtes Ziel.
Die patriotischen Forderungen der Bewegung, die Kleinstaaten in einer demokratischen Republik zu vereinen, die den Menschen Freiheit und uneingeschränkte Bürgerrechte garantiert, geht den Potentaten zu weit. Jahn, der auch Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung ist, verbringt fast sechs Jahre seines Lebens in Gefängnissen.
Die anderen beiden Anteile des Feldberg-Plateaus gehören der „Freien Reichsstadt Frankfurt“ und dem Herzogtum Nassau.
Die Aristokraten haben Angst, Einfluss und Besitztümer zu verlieren. Die Mächtigen schikanieren die „Bürger“, die sich so allerdings nicht mehr nennen dürfen, sie sind jetzt nur noch „Untertanen“.
Sieben Millionen Menschen wandern in der Zeit von 1814 bis 1914 aus deutschen Staaten aus, die meisten nach Amerika. Die Gründe hierfür sind Hunger (Berufsstand der Weber) und die Verfolgung durch die regierenden Monarchen. 80.000 deutsche Frauen und Männer arbeiten in Paris zu Niedrigstlöhnen, aber immerhin haben sie eine Arbeit. Von 1840 bis 1939 wandern 55 Millionen Europäer nach Nord- und Südamerika aus.
Berühmte Dichter emigrieren oder flüchten ins Exil:
Von letzterem stammt der Text unserer heutigen Nationalhymne, „Einigkeit und Recht und Freiheit“.
Das Feldbergfest findet in diesem Jahr auf dem Fuchstanz statt. Aus Reifenberg wird Oberreifenberg und Niederreifenberg:
wird die 1828 errichtete Holzhütte auf dem Plateau durch eine neue ersetzt. Aber auch diese Schutzhütte für Wanderer fällt bald darauf der rauen Witterung zum Opfer.
Johann Anton Ungeheuer (* 1821 - ✝ 1910), Besitzer des „Hauses Ungeheuer“ in Oberreifenberg (heute Haus Reifenberg) und zugleich Bürgermeister der Gemeinde, erstellt mit der „Commission für die Erbauung eines Hauses auf dem Feldberg“ einen gemeinsamen Bauplan.
Mit dem Bau selbst kann aber noch nicht begonnen werden, weil der Herzog von Nassau das Vorhaben fünf Jahre lang blockiert.
Der Wille, das Haus zu bauen, bleibt bestehen. Die Männer brauchen es. Auf ihren Wanderungen durch die Wälder des Taunus hinauf zum Feldberg können sie sich der allgegenwärtigen Staatsgewalt entziehen und frei sprechen. Eine Wanderbewegung entsteht.
wird ersatzweise eine größere Bretterhütte am Brunhildisfelsen gebaut, deren Bewirtschaftung Johann Anton Ungeheuer übernimmt. Er ist auf einem Bild des Malers Heinrich Gustav Adolf Schmitz (1825 - 1894) zu sehen. Von diesem Bild existiert nur noch eine Fotografie, weil das Original 1931 im Münchener Glaspalast verbrannte. In der Bretterhütte legt die „Commission“ ein Fremdenbuch aus, in das sich die Besucher eintragen können. August Ravenstein ist darin mehrfach vertreten. Hier Verse von ihm:
hat die Hausbau-Commission 2.800 Gulden Spendengelder zusammen, sogar der Herzog von Nassau leistet einen Beitrag. Man kauft jetzt von der Gemeinde Oberreifenberg zwei Morgen Land zu je 50 Gulden, um das Haus auf Nassauer Boden zu errichten. Den ursprünglichen Plan, das Haus mit integriertem Turm auf dem höchsten Punkt des Berges zu platzieren, vereitelt der Homburger Landgraf. Er verweigert die Baugenehmigung.
stirbt der Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 - 1859). Er hat den Taunus „das schönste Mittelgebirge der Welt“ genannt. https://taunus.info/files/ news/15942794655418.pdf Gefunden von Prof. Eugen Ernst
Am Sonntag, den 26. Juni kann August Ravenstein endlich den Grundstein zum Bau des Feldberghauses legen, das nach einem Riss des Architekten Velde aus Diez, der schon 1853 den Bau der neuen Oberreifenberger Georgskirche leitete, gebaut werden soll. Die Gesamtkosten sollen 5.000 Gulden nicht übersteigen.
Nach dem Gesang der festlich geschmückten Oberreifenberger Schuljugend hält August Ravenstein die Festrede und der Professor der Baukunst am Städelschen Institut Friedrich Maximilian Hessemer trägt sein zu diesem Anlass verfasstes Gedicht vor, das 17 Strophen umfasst. In seiner gereimten Ansprache kommt dreimal das Wort „Vaterland“ vor und ist nur vor dem Hintergrund des Scheiterns der Revolution 1848 / 50 und den nachfolgenden Unterdrückungen und Bedrückungen der Menschen zu verstehen, die immer noch auf ein geeintes Deutschland hoffen. Eine dritte Rede folgt. Der Nagelschmied Friedrich Marx aus Arnoldshain hält sie.
Die Bauzeit beträgt unter schwersten Bedingungen 14 Monate. Der Große Feldberg ist noch nicht erschlossen. Keine Straße führt nach oben, nur schmale Wege und Pfade, ähnlich wie das heute noch am Altkönig der Fall ist. Mit Pferdefuhrwerken holt man die Bausteine heran. Um die mühseligen Wege zu verkürzen, kauft man in Reifenberg noch verwendbares Baumaterial von abgerissenen Häusern, Scheunen und Ställen auf.
An diesem Tage weiht Ravenstein das Feldberghaus ein, das ein Gastzimmer und zehn Schlafstellen und einen 40 Fuß (13 m) hohen Turm hat. Natürlich hält er auch die Festrede, in der er von einem gemeinnützigen, vaterländischen Werk spricht. Am Schluss übergibt er Haus und Gelände samt allen darauf ruhenden Lasten und Gerechtsamen (= veraltete Bezeichnung für Berechtigung, Nutzungsrecht, Privileg oder Vorrecht an etwas) an Johann Anton Ungeheuer, der die Bewirtschaftung und die Restfinanzierung übernimmt. Es folgen weitere Redner, darunter Fritz Emminghaus aus Usingen und der Nagelschmied Friedrich Marx aus Arnoldshain. Ein Problem bleibt allerdings ungelöst. Es gibt kein Wasser auf dem Feldberg, und so muss in den nächsten Jahrzehnten jeden Tag ein Hotelangestellter mit einem Hundegespann hinunter zur Weilquelle am „Numerus-Römerkastell Kleiner Feldberg“ fahren, um einige Kannen Wasser zu holen.
Das „Alte Feldberghaus“ wird 35 Jahre auf dem Plateau des Großen Feldbergs alleine stehen. Dann gibt es 1895 und 1899 Konkurrenz.
Die Schikanen gegen die Turner, Sänger und zuschauende Besucher des Feldbergfestes gehen weiter. Der Landgraf von Hessen-Homburg lässt auf seinem Drittel des Feldberg-Plateaus Fichten pflanzen. Dies ist der Platz, den die damaligen Turner zum Laufen und Weitspring verwendet haben.
verkündet Wilhelm I. die Eingliederung der Landgrafschaft Hessen-Homburg, des Herzogtums Nassau und der bis dahin freien Stadt Frankfurt in das Königreich Preußen. Und somit finden die Spiele
erstmals auf preußischem Boden statt.
gründet August Ravenstein im „Alten Feldberghaus“ die erste deutsche Touristen-Vereinigung, den „Bund der Feldbergläufer“. Der Verein nennt sich jedoch bald „Taunusklub“ und sieht sich nicht nur als Wanderverein, sondern seine Mitglieder bauen auf vielen Berggipfeln Aussichtstürme, errichten Schutzhütten, legen Wege an und markieren sie. Als besonders wichtig erweisen sich die sozialen Dienste des neuen Klubs. Man versorgt notleidende Menschen im Hoch- und Hintertaunus mit Kartoffeln und Saatgut, man installiert eine Korbflechterschule in Grävenwiesbach und die Lehrerin Emilie Seipp aus Frankfurt lehrt Frauen aus Ober- und Niederreifenberg die Filet-Kunst.
im Feldberghaus feiern Mitglieder des Taunusklubs die Proklamation Wilhelms des I. zum Deutschen Kaiser. Erstmals ist Deutschland geeint. Es wird einen Reichstag geben, allerdings dürfen nur Männer wählen, die älter als 25 Jahre sind. Das Parlament darf nur mitbestimmen. Es ist noch ein weiter Weg bis zu einer funktionierenden Demokratie.
Fritz Emminghaus, Mitbegründer der Feldbergfeste und Initiator des Baus des Feldberghauses, ist tot.
Das Feldberghaus muss bereits um 115 m³ erweitert werden. Der Turm ist inzwischen baufällig und wird abgebaut. August Ravenstein ist Gast bei der Einweihungsfeier des Anbaus am 25. August 1872.
wird hauptsächlich von italienischen Gastarbeitern die sogenannte Kanonenstraße, Oberursel (Hohe Mark) - Sandplacken, am Feldberg vorbei gebaut. Dorthin führen, neben einigen Wanderpfaden, nach wie vor nur Schotterwege vom Roten Kreuz und vom Sandplacken her.
Das Wirt-Ehepaar auf dem Feldberg hat fünf Töchter und fünf Söhne bekommen. Das am 17. Juni erstgeborene Kind ist Katharina Ungeheuer. Sie wird später den Bürgermeister von Oberreifenberg, Theodor Bonaventura Sauer, heiraten.
Es folgen zwei Söhne, Jean und Christian, die später gemeinsam das „Alte Feldberghaus“ erben. Ihre Geschwister gehen nicht leer aus. Sie werden ausbezahlt.
Im Juli wird das Feldbergfest wegen eines Gewitters abgebrochen und im August auf dem Neroberg in Wiesbaden fortgesetzt.
Das Jubiläumsfeldbergfest wird vom Landrat in Bad Homburg zunächst verboten. Es werden sozialdemokratische Aufmärsche befürchtet. Angesehene Turner aus Frankfurt erreichen unter strengen Auflagen die Rücknahme des Verbots. 40 ältere Turner müssen dafür sorgen,
Die 40 ordnenden Turner müssen aus Frankfurt, Wiesbaden, Homburg und Usingen sein, auf keinen Fall jedoch aus Offenbach, Hanau oder Höchst.
Das Feldbergfest muss wegen schlechten Wetters in Höchst am Main auf der Wörthspitze stattfinden. Preisverleihung im Bürger-Casino.
Auf Betreiben August Ravensteins werden über 20 Schwesternstationen eingerichtet. Die Dernbacher Ordensfrauen pflegen in den Taunus-Dörfern Kranke und ihre Häuser sind zugleich Kindergärten.
Der Taunusklub versorgt 13 Taunus-Gemeinden, darunter alle Hochtaunusdörfer, mit Saatkartoffeln, Lebensmitteln und Sachspenden.
stirbt August Ravenstein im Alter von 72 Jahren.
Gottlieb Schnapper-Arndt, * 1846 in Frankfurt am Main, ✝ 1904 in Halberstadt, lebt 1881 ein Jahr lang mit den Bewohnern der fünf Hochtaunus-Dorfgemeinden. Er betreibt dort statistisch-soziologische Feldforschung. Später schreibt er in Tübingen seine Dissertation darüber und veröffentlicht sie. Er ist damit der Begründer dieser Sparte der Soziologie.
Schnapper-Arndt beschreibt in seinen Aufzeichnungen die für heutige Verhältnisse unfassbare Armut der Menschen, die trotz 16-stündiger Arbeit in kleinen Nagelschmieden, beim Filetknüpfen, Haarklemmenstecken oder der Feldarbeit kein Auskommen finden. Auch Kinder arbeiten bis zu 16 Stunden am Tag, nur von vier Schulstunden unterbrochen.
Im Hochtaunus gibt es 1881 insgesamt 295 Nagelschmieden. Für die Herstellung eines Nagels benötigt der Schmied 25 Hammerschläge. Wenn er seine meist große Familie ernähren will, dann muss er in fünf Tagen 12.500 Nägel herstellen und sie am sechsten Tag an Händler in den großen Städten Frankfurt und Wiesbaden verkaufen.
Johann Georg Daniel Ungeheuer (1844 - 1898), genannt „Feldberg - Johann“, Rufname Hansjörg, und seine Ehefrau (seit 1872) Agnes, geb. Waldschmitt (1851 - 1900) aus Oberreifenberg übernehmen das „Alte Feldberghaus“ aus den Händen von Johann Anton Ungeheuer, der aber das Haus Ungeheuer (heute Haus Reifenberg) in Oberreifenberg weiterführt.
Bei seiner Familie wurde Johann Georg Daniel Ungeheuer Hansjörg gerufen. Im Dorf unten, in Oberreifenberg, nannte man ihn „Feldberg - Johann“.
Der Taunusklub errichtet Schüler-, Studenten- und Lehrlingsherbergen im Taunus.
1884 richtete der Physikalische Verein Frankfurt am Main auf dem Großen Feldberg zunächst eine Regenmessstation ein. Sie wurde später als Observatorium ausgebaut und 1913 auf das größere Areal des Kleinen Feldbergs überführt.
wird das 25-jährige Bestehen des Taunusklubs gefeiert. Das Feldberghaus ist mit bunten Fahnen und Tannengrün geschmückt.
schreibt August Knyrim, der Nachfolger Ravensteins als Taunusklubvorsitzender, dass sich stets am 1. Januar Naturfreunde treffen, die gemeinsam mit dem Zug nach Cronberg fahren und dann über Falkenstein und dem Fuchstanz zu dem auf dem Gipfel des Feldbergs hausenden „Ungeheuer“ wandern. Gemeint ist der Feldbergwirt gleichen Namens. Er wird im Gästebuch immer wieder genannt:
Aus Helmut Bode: Das Feldberg-Buch, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 978‑3‑7829‑0303‑5
darf erstmals eine Frau die meisten Taunusklub-Touren mitwandern.
wird das „Neue Feldberghaus“ mit dem Inhaber Friedrich Sturm aus Niederreifenberg eingeweiht.
baut Philipp Gutacker das dritte Feldberghaus „Walküre“, Besitzer ist Jakob Ungeheuer aus Niederreifenberg.
Der Wirt des „Alten Feldberghauses“, Johann Georg Daniel Ungeheuer, stirbt in Oberreifenberg. Zu den Hinterbliebenen gehören Ehefrau Agnes, geb. Waldschmitt, 6 Töchter und 4 Söhne.
Hier unkommentiert der Besuch des Prinzen von Wales, dem Sohn von Queen Victoria und späteren König Edward VII (1901 - 1910) im „Alten Feldberghaus“. Es handelt sich um denselben Prinzen, der in Homburg einen Hut für sich entdeckte und anfertigen ließ. Der Hut wurde dann unter dem Namen Homburger oder Homburg bekannt.
Ersterwähnung Erbauung des Aussichtsturmes und Folgezeit